Modular, alles klar!

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Modular, alles klar!

Mit der Überarbeitung der bewährten Dosiergeräte DDSR40/B und DSR67/B fällt der Startschuss für die Gerätegeneration 2.0. Der neue modulare Aufbau verschafft Anwendern im gesamten Produktionsablauf deutliche Vorteile für Flexibilität, Reinigbarkeit und Zeiteffizienz.

Immer kleinere Chargen, schnellere Produktwechsel und eine dichte Taktung: Dosiergeräte müssen heutzutage vielen Anforderungen gerecht werden. Um die Stillstandszeiten der Geräte und Anlagen auf ein Minimum zu reduzieren, sollten sie schnell und leicht gereinigt werden können und wenig störungsanfällig sein. Dem haben die Entwickler der neuen Gerätegeneration 2.0 durchgängig mit einem modularen Konzept für die leichte Demontage und optimale Zugänglichkeit Rechnung getragen.

Module perfekt aufeinander abgestimmt

Mit der DDSR20 2.0 und der DSR28 2.0 sind bereits zwei der Flaggschiffe im Produktportfolio der Brabender Technologie für den niedrigen Leistungsbereich als Relaunch-Variante erhältlich. Zwei weitere folgen nun: zum einen die Doppeldosierschnecke DDSR40 2.0 mit selbstreinigenden Doppelkonkavschnecken, ein Dosiergerät für schwerfließende, anbackende Schüttgüter, die im Ruhezustand zur Verfestigung und Brückenbildung neigen. Zum anderen gibt es die Einzeldosierschnecke DSR67 2.0, ein Dosiergerät für bedingt bis schwerfließende Schüttgüter, die überwiegend mit einer Einzelspiralschnecke ausgestattet ist.

Jürgen Knez, Leiter der Entwicklung bei Brabender Technologie, erklärt: „Im Vordergrund der Überarbeitung stand bei beiden Dosierern der modulare Aufbau. Alle Module sind perfekt aufeinander abgestimmt. Dadurch haben wir die Möglichkeit, mit sehr wenigen Lagerteilen vier Gerätekombinationen aufzubauen. Die beiden Standardausführungen DDSR40 2.0 und DSR67 2.0 sowie die dazugehörigen B-Typen für größere Tröge und Behältervolumen.“

Sauber und standfest: der modulare Getriebeblock

Alle Bauteile orientieren sich an der festsitzenden Getriebeeinheit, an der auch die Motoren befestigt werden. Knez klärt auf: „Bei Geräten vom B-Typ, die ein größeres Volumen haben und mehr Platz benötigen, wird der Getriebeblock um 100 Millimeter versetzt, um das Gerät zu vergrößern. Die Wägeplatte ist dazu mit entsprechenden Löchern vorbereitet – ein weiterer Aspekt der Modularität, um einen nachträglichen Wechsel zwischen Standard- und B-Variante auch nach dem Kauf zu ermöglichen.“

Im Getriebeblock des Doppelschneckendosierers DDSR40 2.0 wurde ein eigens für Brabender Technologie gefertigter Direktantrieb mit sauberer Zahnriementechnik ergänzt. Anders als beim bisher verwendeten Zahnradgetriebe kommt dieser ganz ohne Fette aus. Das Getriebe läuft ruhiger, wiegt weniger und lässt sich mit herkömmlicher Motorentechnik sowie Smart-Servo-Motoren kombinieren. Diese Motorenkombination gibt es auch für den DSR67 2.0.

ürgen Knez fasst zusammen: „Durch den modularen Aufbau können die Getriebe an beiden Dosiergeräten einfach und schnell gegeneinander ausgetauscht werden. Mit wenigen Handgriffen lässt es sich zurückbauen. Diese Flexibilität erlaubt dem Kunden zwischen großen und kleinen Geräten sowie Einzel- und Doppelschnecke zu wechseln.“

Abnehmbarer Trog, benutzerfreundliche Schnellverschlüsse

Der Schneckentrog befindet sich im neuen modularen Konzept an vorderster Position der Wägeplatte. „Dadurch lässt sich der Schneckentrog nun auch erstmals bequem nach vorne herausnehmen wie auch bei den kleineren Versionen DSR28 2.0 und DDSR20 2.0. Die gesamte Zugänglichkeit des Dosiergerätes hat sich so deutlich verbessert und der Anwender profitiert besonders von der leichten und schnellen Reinigung der produktberührenden Teile“, so Jürgen Knez. Hilfreich sind dabei schraubenlose Verbindungen an Trog, Behälter und Deckel, mit denen die Benutzerfreundlichkeit sinnvoll unterstützt wird. Knez führt aus: „Wir haben hier besondere Verschlüsse kreiert. Die Schrauben müssen lediglich etwas gelöst und dann mit einer Lasche zur Seite bewegt werden. Alles bleibt am Gerät, der Bediener muss keine losen Teile mehr in der Hand halten und kann den Trog sehr einfach ausbauen.“

Visuelle Kontrolle spart Zeit

Es sind an allen Standardgeräten und B-Typen hochtransparente und staubdichte vertikale Ausläufe eingebaut, die aus lebensmittelkonformem PETG bestehen und die nur für Brabender Technologie hergestellt werden. Diese harte Kunststoffart zeichnet sich durch ihre Klarsichtigkeit und Splitterfestigkeit aus und gestattet dem Bediener somit eine rasche Blickkontrolle bis weit in das Schneckenrohr hinein.

Schneller Dichtungswechsel

Auch der Dichtungswechsel wird durch den nach vorne abnehmbaren Trog deutlich einfacher. „Innerhalb von fünf Minuten lässt sich bei dem jeweiligen Gerät eine neue Dichtung einsetzen“, schildert Jürgen Knez. Je nach Anforderung des Kunden kann die Dichtungseinheit am Getriebe mit unterschiedlichsten Dichtungen ausgestattet werden, zum Beispiel für ATEX, Food und Pharma. Sicherheitsplus der Version 2.0: Am oberen und unteren Teil, an den Wellendurchführungen des Getriebeblocks, wurde jeweils ein Dichtungswechselindikator eingeplant, um den notwendigen Wechsel der Dichtungen frühzeitig anzuzeigen und somit Getriebe- und Motorschäden vorzubeugen.

Servomotor als Standard

Den neuen Standard nach dem Relaunch setzt ab sofort der Servomotor, der auch bei allen neuen Varianten zum Einsatz kommt. Vorteil: Im Vergleich zu normalen frequenzgeregelten Motoren lassen sich Servomotoren aufgrund ihres breiten Drehzahl-Wandlungsverhältnisses vielfältig einsetzen. Der Wechsel von Schnecken und Schneckenrohr entfällt oftmals und mit dem Montageaufwand reduziert sich gleichzeitig die Zeit, in der die Anlage stillsteht. Im unteren Drehzahlbereich können Servomotoren praktisch mit dem Nenndrehmoment starten und auch bei hohen Drehmoment-Anforderungen exakt die volle Leistungsfähigkeit abrufen und somit sehr präzise funktionieren. Für Geräte mit AC-Motor werden ab der neuen Generation nur noch solche mit der Effizienzklasse IE3 verbaut.

Modular, individuell und flexibel

Ein weiterer Pluspunkt: Dadurch, dass die modularen Bauteile stets auf Lager gehalten werden, verkürzen sich auch die Lieferzeiten. Gleichzeitig erhöht sich die Flexibilität, wenn kurzfristige Umbauten am Dosierer vorgenommen werden müssen. „Mit den Antrieben und der neuen Wägezelle in der neuen Gerätegeneration 2.0 können wir die bisherige Lücke zwischen der ‚kleineren‘ DDSR20 2.0 zur ‚größeren‘ DDSR40 2.0 dosiertechnisch einfacher abdecken“, erklärt Jürgen Knez. „Wir haben mit der Überarbeitung die Voraussetzungen geschaffen, um noch effizienter als bisher individuelle, auf den jeweiligen Einsatzzweck angepasste Dosiergeräte anzubieten.“ In der nächsten Zeit wird Brabender Technologie sein Produktportfolio nach und nach auf das modulare Konzept der neuen Gerätegeneration 2.0 umstellen.

(erschienen in FLUX 2/2021)