Jubiläum 60 Jahre

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Firmenjubiläum Brabender Technologie

In diesem Jahr jährt sich das Gründungsjahr der Brabender Technologie zum 60. Mal. Grund genug, einen Blick auf die bewegte Vergangenheit zu werfen und die Meilensteine des heute international agierenden und führenden Herstellers von Systemen zum Dosieren, Wägen, Austragen und zur Durchflussmessung von Schüttgütern aufzuzeigen. Begeben Sie sich mit uns auf eine Reise von der Gründung bis heute.

Die frühen Jahre
Die Gründung der Brabender Technologie KG 1957 fällt in eine Dekade des Aufschwungs. Die vielen Industriekontakte, die aus der Mutterfirma Brabender OHG entstanden sind, sollen in einem neuen Unternehmen eine eigene Plattform bekommen. Das Portfolio der Anfangsjahre ist breit gefächert: Man verkauft Produkte wie Pillingtester, Klopfvibratoren, Bunkerschalter und Bewitterungsapparate. Auch sind erste Schüttgutdosierer und Austragsvorrichtungen im Programm und weisen bereits die Richtung, in die sich das Unternehmen entwickeln wird.

Carl Wilhelm Brabender, geistiger Vater der Brabender Technologie, war ein großzügiger Mann, der bewährte Mitarbeiter auch an seinem neu gegründeten Unternehmen beteiligte. Dafür erwartete er jedoch auch volles Engagement und eine gewisse Risikoübernahme. Seine ehemaligen Mitgesellschafter wurden persönlich haftende Teilhaber (Komplementäre). Seiner Philosophie nach steigt der persönliche Einsatz und damit die Leistung eines Gesellschafters mit eigenem Risiko – der Erfolg gab ihm Recht.

In den ersten Jahren gehören die exklusiven Lizenzrechte der Vibrationsdosierschnecken und Behälteraustragsvorrichtungen sowie weitere Vertriebsrechte an Testgeräten für Material- und Werkstoffprüftechnik zum Kerngeschäft. Zehn Jahre nach der Gründung geht Brabender Technologie einen weiteren Schritt Richtung Kunde und baut 1967 die erste Produktionshalle mit Technikum. Produktseitig besinnt man sich zunehmend auf eigene Stärken: Dosierbandwaagen und Behälteraustragsvorrichtungen sowie Vibrationsdosierschnecken werden ständig weiterentwickelt. 1977 kommen die Dosierdifferenzialwaagen neu dazu – die bis heute wichtigste Technologie. Auch ein zusätzliches Fertigungsprogramm mit Big-Bag- und Container-Entleer­stationen entsteht.

Service als Leitgedanke
In den 1970er Jahren wird Werner Pryka neuer geschäftsführender Gesellschafter. Gemeinsam mit A. Ibold prägt er 20 Jahre lang die Geschicke des sich rasant entwickelnden Unternehmens bis Anfang der 1990er Jahre. Nach dieser Ära übernehmen 1992 Alfred Hauptkorn und Horst Vohwinkel die Leitung des Unternehmens. Den Leitspruch des Gründervaters Carl Wilhelm Brabender: „Wer sich nicht um unsere Kunden kümmert, hat in unserem Unternehmen nichts verloren!“, haben alle persönlich haftenden Geschäftsleiter verinnerlicht und leben dies der engagierten Mitarbeiterschaft auch selbst vor. Dazu kommen flache Hierarchien und ein stets vorhandenes technisches Verständnis in der Geschäftsleitung. Der Servicegedanke hat zu allen Zeiten oberste Priorität – insbesondere vor dem Ausbau eines auf ganz Europa erweiterten Vertriebsnetzes, der in den 1970er Jahren beginnt. Die Geschäfte entwickeln sich gut: 1971 muss ein neues Verwaltungsgebäude her, 1981 wird eine zweite Produktionshalle gebaut.

1982 schließt Brabender Technologie mit der kanadischen Partnerfirma Control & Meatering in Toronto einen Handelsvertretervertrag für den nordamerikanischen Markt. Die damalige Dollar-Schwäche ermöglicht es Control & Meatering allerdings nicht, die Geräte der Brabender Technologie wirtschaftlich effizient zu verkaufen. Daher überführt man den Handelsvertretervertrag fünf Jahre später in einen Lizenzvertrag. Die Mikrocom­putersteuerung kommt aus Deutschland, der Stahl aus Nordamerika. Erst 1997 fällt der Startschuss für die Tochterfirma „Brabender Technologie Inc.“ in Toronto, Kanada, die alle Rechte und Mitarbeiter von Control & Meatering übernimmt. Anfangs hat man keinen leichten Stand, denn der lokale Wettbewerb ist aufgrund der jahrelang fehlenden Präsenz auf dem nordamerikanischen Markt extrem stark. Brabender Technologie findet dennoch ihren eigenen Schlüssel zum Erfolg – mit ausschließlich lokalen Mitarbeitern und Servicetechnikern, die den Vertrieb und Service für diese Region optimal sichern.

Um- und Aufbrüche
Die 1980er Jahre sind eine Zeit großer Umbrüche: Technologisch wird mit der volldigitalen Dosierdifferenzialwaage und der Mikrocomputersteuerung ein neues Zeitalter eingeläutet. Das bis heute wichtigste eigene Know-how der Brabender Technologie wird sehr gut auf dem Markt angenommen. 1983 läuft der Patentschutz für die Austragsvorrichtungen aus, gleichzeitig mit dem Handelsvertrag für die Bewitterungsprüfgeräte. Brabender Technologie entschließt sich daraufhin zur Entwicklung eigener Behälteraustragsvorrichtungen.

Frühzeitig sorgen die strategisch Verantwortlichen dafür, das Unternehmen für die globale Expansion ihrer Technologien und Geräte zu öffnen. Ein erster Vertretungsvertrag für Fernost in Japan wird 1983 abgeschlossen, weitere Büros entstehen in den nächsten Jahren in Korea, Hongkong und Taiwan. Auch ein Vertretungsvertrag für den australischen Raum kommt 1987 unter Dach und Fach. Brabender Technologie etabliert sich rund um den Globus in allen Branchen, die Schüttgüter für ihre Produktion benötigen. Große Rezessionen wie Anfang der 2000er Jahre lassen sich mit unterschiedlichen Branchen- und Länder-Standbeinen zum Glück immer gut abfedern. 2003 wird ein Büro in Moskau eröffnet, 2004 wird nach rund zehn Jahren der bisherige Service- und Vertriebsstützpunkt in Peking in die „Brabender Technology (Beijing) Co. Ltd.“ umgewandelt. 2005 folgt die „Brabender Technologie Middle East“ in Dubai und 2007 nimmt die jüngste ausländische Niederlassung in Kalkutta, Indien, offiziell ihre Geschäfte auf. Mit einem weltumspannenden Vertriebs-, Beratungs-, Service- und Ersatzteilnetz agiert das Unternehmen heute als internationale Firmengruppe mit höchstem Qualitätsanspruch.

Die Produktmeilensteine
Längst kommen Kunden aus der ganzen Welt nach Duisburg. Im Jahr 1992 errichteten Großtechnikum können sie Dosier- und Austragsversuche bis 15 Kubikmeter je Stunde durchführen. Mittlerweile unterhält Brabender Technologie weltweit Versuchs­­technika. 1994 erhält Brabender Technologie die Zertifizierung des Quali­tätsmanagements gemäß ISO 9001 /EN 29001. Im gleichen Jahr wird mit überwältigender Resonanz erstmalig der Schüttgutdosierer FlexWall® vorgestellt. Er löst den bis dahin vorherrschenden Vario-Modulardosierer ab, denn er kann die meisten aller rieselfähigen sowie schlecht fließenden Schüttgüter und Fasern dosieren.

2001 wird er zum FlexWall®-Plus weiterentwickelt. Das Plus steht für die platzsparende und patentierte Trapez­form, die das Anordnen von bis zu sechs Geräten um einen zentralen Aufgabepunkt erlaubt. Diese spezielle Bauweise mit divergierenden Wandungen macht eine Brückenbildung praktisch unmöglich und verbessert so nochmals den Schüttgutmassenfluss bei gleichzeitig höheren Leistungen gegenüber dem klassischen Modell. FlexWall® hat sich seit seiner ersten Einführung in den Markt als wahrer Bestseller für sowohl gravimetrische als auch volumetrische Dosierer etabliert.

Heute und Ausblick
Ebenfalls zur Jahrtausendwende stellt Brabender Technologie die Feldbustechnik für gravimetrische Dosiergeräte vor und entwickelt die waagenmontierten „intelligenten“ Steuer- und Leistungsmodule ISC-CM / FC, die zehn Jahre später zu den Modulen ISC-CM / FC plus weiterentwickelt werden. Für den Foodbereich entsteht 2009 in Zusammenarbeit mit führenden Lebensmittelherstellern eine Dosierlinie für höchste Hygieneanforderungen im „Hygienic Design“. 2012 fasst das Unternehmen seine meistverkauften Dosierdifferenzialwaagen in einer eigenen Produktlinie, der „Basic Line“, zusammen. Strategisch wird die Lagerfertigung von Standarddosierern mit festgelegten Optionspaketen forciert. Dadurch lassen sich erheblich reduzierte Lieferzeiten bei attraktiven Preisen anbieten.

2011 trägt ein neues Schulungszentrum am Duisburger Stammsitz für Kunden und Mitarbeiter dem exzellenten Ruf als Servicepartner weltweit Rechnung. Servicetechniker und Vertriebsmitarbeiter aus allen Vertriebsregionen kommen hier regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen und auf den aktuellen technologischen Stand zu bringen. Der Umzug des kompletten Unternehmens am Standort Duisburg in ein neues, größeres Gebäude mit zukunftsweisendem Großtechnikum, ist Ausdruck für den Erfolg der letzten 60 Jahre. Mit dem neuen Firmensitz stellt Brabender Technologie weiterhin alle Weichen auf Wachstum und gesteigerte Effizienz. Wie Carl Wilhelm Brabender gerne sagte: „So lange wie die anderen halten wir es allemal aus!“ Die Geschichte gibt ihm Recht. Auf zu neuen Ufern! Auf die nächsten 60 Jahre!

 

(erschienen in FLUX 1/2017)