FAKUMA 2018 Messerückblick

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Erfolgreich am Bodensee

Die Königin unter den Kunststoffmessen ist zweifelsfrei die K in Düsseldorf. Doch in den Zwischenjahren pilgert die Gemeinde nach Friedrichshafen: Dort findet die FAKUMA statt, die 2018 bereits zum 26. Mal Experten aus der Kunststoffverarbeitung zusammengebracht hat.

„Auf der FAKUMA geht es kleiner und familiärer zu als auf der K, aber gerade im europäischen Markt ist diese Messe sehr etabliert. Wir treffen hier vor allem prozessorientierte Anwender mit hohem Know-how“, berichtet Antonio Seising, Vertriebsleiter von Brabender Technologie. Auch an Internationalität mangelt es der Bodensee-Messe nicht: die 47.650 Besucher kamen aus 126 Ländern nach Friedrichshafen, wo das kompakte Messezentrum wieder komplett ausgebucht war. Knapp 2000 Aussteller präsentierten Lösungen zur Kunststoffverarbeitung: neue Werkstoffe, effiziente Fertigungsverfahren, 3D- und 4D-Druck-Verfahren, digitalisierte und automatisierte Produktionslösungen, bezahlbare und robuste Leichtbau-Strukturen – die Anforderungen der Kunststoffkunden steigen und die Industrie hält mit.

Schneller Wechsel, kaum Stillstand
Brabender Technologie präsentierte sich in Halle A6 mit zwei Kernapplikationen: Der FlexWall®-Plus-Dosierer ist eine universelle Dosierdifferenzialwaage für praktisch alle rieselfähigen Schüttgüter wie Pulver, Granulate oder Chips. Sein flexibler Polyurethan-Trog verfügt über seitliche Massagepaddel für schonenden Massenfluss. Je nach Schüttgut und Leistungsbereich können austauschbare Schneckenprofile zum Einsatz kommen. Bei der auf der FAKUMA 2018 ausgestellten FW 40 Easy Change-Variante sind Trog, Schnecke, Schneckenrohr und Gehäuse eine konstruktive Einheit. Schnellverschlüsse verbinden diese mit Chassis und Antrieb. Sie müssen lediglich gelöst werden, damit das Restschüttgut entnommen werden kann.

Interessierte konnten sich auf der Messe selbst von der unkomplizierten Bedienung überzeugen. Denn mit der austauschbaren Dosiereinheit können Anwender Stillstandzeiten bei Produktwechseln deutlich verkürzen, da die Wechseleinheit während der Reinigungsphase weiter dosiert. Nach einer schnellen Trocken- und Nassreinigung steht einem erneuten Produktwechsel nichts im Wege. Das minimiert Reinigungszeiten, beschleunigt den Schüttgutwechsel und macht mehr Rezepturen mit weniger Geräten möglich. „Gerade der Easy Change ist ein sehr dankbares Ausstellungsstück, weil wir den Wechsel der Dosiereinheit mit wenigen Handgriffen zeigen können. Das ist sehr überzeugend“, berichtet Ralf Kanter.

Fasern in Fluss bringen
Ein weiteres Highlight der Messe war der Faserdosierer FiberXpert, den Brabender Technologie erstmalig im vergangenen Jahr vorgestellt hat. Dieses Gerät hat sich inzwischen in unterschiedlichen Industrien bewährt und gehört zu den Besonderheiten im Produktportfolio von Brabender Technologie. Der FiberXpert ist für anspruchsvolle, faserige Dosiergüter konzipiert. Dazu gehören zum Beispiel Folienrandschnipsel, Holzwolle, Carbonfasern oder Teppichverschnitt. Diese Materialien zu aktivieren, ohne ihre Struktur zu zerstören, ist äußerst heikel. Der Spezialdosierer ist dazu in der Lage – nicht nur unter Laborbedingungen, sondern auch in der Produktion. „Auf der letzten FAKUMA haben wir diesen Dosierer bereits gezeigt, aber in diesem Jahr können wir auch aus der Praxis berichten“, erklärt der Vertriebsexperte. „Diese Erfahrungen sind in Messegesprächen sehr hilfreich. Ein Jahr nach Markteinführung haben wir eine Menge zu berichten.“

Planetenwalzenextruder mit MiniTwin
Ein drittes Gerät stand zwar auf der FAKUMA aus, aber nicht auf dem Stand von Brabender Technologie. In der gleichen Halle war beim Geschäftspartner ENTEX Rust & Mitschke eine Anlage aufgebaut: ein Planetenwalzenextruder im Laborformat mit Temperiereinheit, mit dem unter anderem aktive Substanzen gemischt werden können. Die für Kleinstmengen von wenigen Hundert Gramm pro Stunde, aber auch bis zu circa fünf Kilogramm pro Stunde ausgelegte Anlage nutzt einen MiniTwin-Dosierer zur Materialzuführung. Thomas Malzahn von ENTEX bezeichnet den neuen L-WE30 als Erlenmeyerkolben des 21. Jahrhunderts: „Damit bieten wir den Entwicklungsabteilungen – ganz besonders im Bereich der Kosmetikindustrie – eine Alternative zu den bekannten Systemen.“ Der MiniTwin ist ein fester Bestandteil der Anlage. ENTEX und Brabender Technologie verbindet eine jahrzehntelange Partnerschaft. Die beiden im Ruhrgebiet ansässigen Unternehmen haben viele gemeinsame Projekte realisiert und kooperieren auch bei Neuentwicklungen.

 

(erschienen in FLUX 2/2018)