Duisburg - Nabel der Welt

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Der Nabel Europas

In Duisburg laufen die Warenströme zusammen.

Hafen, Schiene, Straße – der Logistikstandort Duisburg gilt als Schnittstelle für intermodale Verkehre und als Eisenbahnknotenpunkt Nummer eins in Europa. Jede relevante Industrieregion ist von hier aus erreichbar – und das weitreichende Netzwerk wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagte anlässlich des 300-jährigen Hafenjubiläums 2016: „Der Duisburger Hafen hat die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte Deutschlands ganz entscheidend geprägt und ist heute ein pulsierender Marktplatz in der Mitte Europas. Deutschland ist Export- und Logistikwelt​meister – dieser Erfolg wäre ohne den Duisburger Hafen nicht denkbar.“

Die Blicke der Stadt und der Hafenbetreiber richten sich nach Osten. Asien ist das attraktive Ziel, das über die Schiene in Duisburg an Europa angeschlossen ist. „Unser umfassendes intermodales Netzwerk trägt wesentlich dazu bei, dass sich Duisburg in den vergangenen Jahren als zentraler Start- und Zielpunkt für die transkontinentalen Zugverbindungen zwischen China und Europa etabliert hat“, erklärt Erich Staake, Vorstand der Duisburger Hafen AG, der Managementgesellschaft der duisport-Gruppe. „Gemeinsam mit Partnern wie DHL leisten wir einen aktiven Beitrag zur weiteren Entwicklung dieser Routen und stärken damit die Funktion Duisburgs als führende Logistikdrehscheibe in Zentraleuropa.“

Günstiger als fliegen, schneller als ein Schiff
Für Containertransporte betragen die Laufzeiten zwischen Westeuropa und China durchschnittlich 16 bis 18 Tage. Die Zugverbindung ist deutlich günstiger als der Transport mit dem Flugzeug und erheblich schneller als der mit dem Seeschiff. Inzwischen gibt es mehrere Spediteure für die China-Züge, die komplette Container befördern, aber auch Einzelteile zu Containerladungen konfektionieren.

Viele große deutsche und internationale Hersteller wie Audi, BMW, Siemens oder Hewlett-Packard nutzen die Bahnverbindung nach China. Daimler etwa hat die Werke in Stuttgart, Bremen und Speyer an die Landbrücke angeschlossen und schickt bis zu drei Züge die Woche nach China. Allein im Zeitraum April bis Dezember 2016 wurden so 700 Container transportiert. Meist sind es Komponenten für den weiteren Verbau, vom Scheinwerfer bis zum Getriebe.

In Duisburg fährt der Zug das Duisburg Intermodal Terminal (DIT) auf logport I an, der auf dem Areal des ehemaligen Krupp Hüttenwerks entstanden ist. Es ist der größte der insgesamt acht Terminals im Duisburger Hafen. Seit der ersten Fahrt im Jahr 2011 ist die Zahl der China-Züge von einem auf inzwischen 25 pro Woche gestiegen, die verschiedene Ziele ansteuern (siehe Karte). Zurzeit kommen vor allem Autoteile, IT-Produkte und Textilien mit den Zügen aus China. Nach China gehen vor allem Güter aus dem Bereich Maschinenbau und Lebensmittel.

„One belt, one road“
Einfach ist der Transport nicht. Zoll- und Grenzformalitäten, vielsprachige Kommunikation und unterschiedliche Spurweiten sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen der Strecke. Auf knapp 12.000 Kilometern sind die Risiken vielschichtig – ebenso aber auch der Wille, sie zu überwinden. Denn mit der „Seidenstraßen“-Initiative „One Belt, one Road“ möchte China die zentralen Provinzen besser anbinden und entwickeln.

Seit 2016 besteht daher eine Kooperation der Duisburger Hafen Gesellschaft mit der China Merchants Logistics Holding (CML). Sie agiert im Bereich Transport, Infrastruktur und Finanzen. CMG gehören 31 Häfen in 18 Ländern und rund 1148 Logistikzentren in bedeutenden Regionen. Erich Staake setzt stark auf die deutsch-chinesische Zusammenarbeit: „Wir wollen duisport zum führenden Transport-Hub in Europa für die Chinaverkehre entwickeln.“

 

(erschienen in FLUX 1/2017)