Abteilung Konstruktion

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Erfinderisch und lösungsorientiert

Hier entstehen Innovationen: Die Mitarbeiter der Abteilung Mechanische Entwicklung erfinden neue Geräte, verbessern das Standardprogramm und kreieren individuelle Kundenlösungen.

Eine der größten Abteilungen bei Brabender Technologie ist die Abteilung Konstruktion Mechanik (MTB). Sie ist das kreative Herz der Firma. Zwölf Mitarbeiter bilden darin das Team Konstruktion, das sich um Kundenwünsche und -anforderungen kümmert und Sonderanfertigungen auf der Basis der Standarddosierer entwickelt. Diese Standarddosierer stammen von ihren vier Kollegen aus der Entwicklung. Diese erfinden die innovativen Produkte von Brabender Technologie: „Unsere Konzepte sind die Basis für alle Sonderanfertigungen, darum müssen sie möglichst perfekt sein. Fehler im Basismodell würden sich in den kundenspezifischen Lösungen fortpflanzen – und das darf nicht sein“, berichtet Jürgen Knez, der Leiter des Teams.

Prioritäten lenken Erfindergeist

 Ideen und Anforderungen für Neugeräte stammen meist aus dem Markt. Direkte Kundenwünsche oder Erfahrungen aus Vertrieb und Service laufen dann in der Entwicklung zusammen, es entsteht eine Anforderungsliste mit bestimmten Prioritäten. „Wenn sich der Vertrieb aufgrund einer Kundenanfrage zum Beispiel ein möglichst schlichtes Gerät für unkomplizierte Granulatdosierungen wünscht, dann schauen wir, wie wir mit einfachen Materialien und wenigen Bauteilen ein zuverlässiges Gerät konstruieren können. Es kann aber auch sein, dass eine möglichst geringe Dosierleistung von sehr teuren Pulvern gefordert ist. Dann ordnet sich alles der Funktionalität unter“, so der Konstrukteur.

Gerade die Dosierung von Kleinstmengen ist heikel: Wägezellen müssen dazu extrem genau sein. „Um die größtmögliche Genauigkeit zu erreichen, müssen wir ein sehr leichtes Gerät bauen. Zusammen mit einigen konstruktiven Besonderheiten, die wir zum Patent anmelden, ermöglichen wir jetzt eine Dosierleistung von 50 Gramm pro Stunde“, erläutert Jürgen Knez. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist eine hochspezialisierte Dosiereinheit, die im Oktober auf der „K“ ausgestellt werden soll – nach monatelanger Entwicklungsarbeit im Team.

Entwicklung erfordert Kommunikation

Einmal in der Woche trifft sich die sieben Mann starke Entwicklungsgruppe. Jeder dort hat einen eigenen Schwerpunkt: Einer kennt sich besonders gut mit ATEX-Geräten aus, ein anderer mit Hygienic Design oder wieder ein anderer mit einem bestimmten Gerätetyp. In dieser Runde werden anstehende Projekte und aktuelle Probleme diskutiert. Der Entwicklungsleiter schätzt das gemeinsame Brain Storming. „Durch die gegenseitigen Anregungen sind schon viele praktikable Lösungen entstanden.“ Um Lösungen zu testen, ist der 3D-Drucker inzwischen ein wichtiger Helfer: Er produziert über Nacht Teile, mit deren Hilfe sich die Durchführbarkeit einer Idee deutlich besser beurteilen lässt (lesen Sie hierzu auch den folgenden Artikel über den Einsatz der 3D-Druck-Technologie bei Brabender Technologie).

Neben der Entwicklung von neuen Geräten kümmern sich die Entwickler auch um die Verbesserung und Weiterentwicklung bestehender Modelle. Gerade für diesen Bereich ist die Kommunikation mit den Kollegen am Markt besonders wichtig, da Vertrieb und Service wertvolle Hinweise geben können, welche Veränderungswünsche aufkommen. „Ein praktisches Beispiel dafür sind unsere Dichtungen für Dosiergeräte mit Rührwerk“, erzählt der Fachmann aus der Praxis. „In der Vergangenheit haben wir mit Stopfbuchspackungen gearbeitet. Diese müssen nachgezogen werden, damit sie dicht bleiben. Es hat sich aber herausgestellt, dass diese regelmäßige Wartung bei manchen Kunden nicht erwünscht ist. Daher haben wir die Dichtungstechnik gewechselt.“

Individuelle Kundenlösungen

Der FlexWall® gehört zu den Geräten von Brabender Technologie, die meist „von der Stange“ gekauft werden. Viele andere Geräte werden aber kundenspezifisch von der Konstruktion angepasst oder – wie zum Beispiel der Faserdosierer oder der Bag Master – grundsätzlich „nach Maß“ gearbeitet. Hier kommen die zwölf Kollegen von der Konstruktion ins Spiel.

„Der BagMaster ist dafür ein gutes Beispiel, weil seine Maße gravierend von der Einbausituation abhängen. Statik, Dosieranbindung, Sackgröße, Bühnenaufbau und Kraneinbindungen können seine Proportionen sehr unterschiedlich ausfallen lassen“, erklärt Dennis Jaquemot. Oft wünscht der Kunde dann auch den gesamten Bühnenaufbau aus einer Hand. „Dafür arbeiten wir mit Stahlbauern und Monteuren zusammen, die auch sensibel mit unseren empfindlichen Geräten umgehen können. Durch gemeinsame Aufträge haben diese Unternehmen ein gutes Verständnis für die Technologie und die Genauigkeit entwickelt, die wir in der baulichen Konstruktion brauchen.“ Dosieranlagen müssen auf den Millimeter genau passen, damit Kraftnebenschlüsse vermieden werden und die Konstruktion nicht die Ergebnisse der Wägezelle verfälscht.

Jürgen Knez hat selbst lange Jahre im Bereich Anlagenbau gearbeitet, bevor er in die Entwicklung wechselte. Inzwischen ist er seit fast 20 Jahren bei Brabender Technologie und kann einen großen Erfahrungsschatz zur Lösungsfindung beisteuern.

Internationaler Austausch

Regelmäßigen Austausch gibt es auch mit den kanadischen Kollegen: Die dortige Konstruktion ist mehr auf kundenindividuelle Anpassungen und Adaptionen für den amerikanischen Markt spezialisiert. Die Motortechnik und auch einige Normen weichen auf dem amerikanischen Kontinent ab, sodass die kanadische Tochter vieles selbst fertigt. Um an den Entwicklungsthemen teilzuhaben, fliegt Geschäftsführer Guy Catton regelmäßig nach Duisburg. So kann er sich informieren und Innovationen aus Sicht „seiner“ Kunden beurteilen. „Auch hier gilt: Entwicklung ist Teamwork und funktioniert nur mit guter Kommunikation. Viele Ideen kommen aus Gesprächen heraus – mit den Kunden oder Kollegen.“  

(erschienen in FLUX 1/2019)